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Dalheim
Der Name des Dorfes deutet auf seine Tallage in einer geschützten Mulde hin, in der wasserreiche Quellen und Brunnen hervorsprudeln. Das Wasser sammelt sich in dem Dalheimer Graben, der
durch eine breite Senke fließt und bei Friesenheim in die Selz mündet.
In der Dorfmitte steht die ev. St. Georgskirche, die eigenständige Pfarrkirche ist, und deren Schutzpatron auf dem Dalheimer
Ortswappen dargestellt wird. In blauem Schild wird die silberne, stehende Ganzfigur des hl. Georg in Vorderansicht gezeigt, der mit der Lanze einen roten Drachen tötet. Die Katholiken zählen zur Pfarrei Weinolsheim. Auf
dem Kirchberg stand im Mittelalter eine St. Martinskirche, die schon im Jahre 804 genannt und im 16. Jahrhundert abgebrochen wurde.
Dalheim war der Stammsitz und Ausgangsort eines Rittergeschlechtes, das später als Adelsfamilie von Dienheim berühmt wurde. Die Ritter besaßen in Dalheim eine Burg, die aber
schon um 1260 in einer Fehde von dem Grafen von Leiningen zerstört wurde.
Die Zahl der in der Landwirtschaft und im Weinbau Beschäftigten nimmt ab. Die Besitzer kleinerer landwirtschaftlicher Betriebe gehen in die GroßKellereien von Oppenheim und
Nierstein oder in die Fabriken. Mitten durch das Dorf führt die Straße von Dexheim nach Weinolsheim, die von Bahnbussen befahren wird.
Dalheim gehörte zu Österreich
Die Dörfer im Landkreis hatten früher die verschiedensten Ortsherren. Dalheim, Harxheim und ein
Teil von Hillesheim nahmen aber eine besondere Stellung ein, da sie im 18. Jahrhundert dem Römischen Kaiser unterstellt waren. Dalheim ging zunächst aus dem Reichsbesitz der
Frankenkönige an die Grafen von Falkenstein über. Von diesen erwarben die Herzöge von Lothringen das Dorf. Dabei ging es gar nicht friedlich zu, weil die Falkensteiner Erben sich gegen
die Ansprüche der mächtigen Lothringer wehrten. Es kam zu einem erbitterten Krieg. Doch die Lothringer siegten, und Dalheim blieb fast 100 Jahre in ihren Händen.
Im Jahre 1736 heiratete die Kaiserin Maria Theresia von Österreich den Herzog Franz Stephan
von Lothringen, der seinen Besitz mit Österreich vereinigte. So wurde das Habsburger Kaiserhaus Ortsherr von Dalheim und das Dorf gehörte zu Österreich.
Das verschwundene "Valtinche"
Dalheim war einmal Bahnstation an der Eisenbahnstrecke Nierstein - Köngernheim. Heute ist der Bahnkörper abgebaut. Eine Omnibuslinie hat den Personenverkehr übernommen.
Mit großen Plänen hatte die Geschichte der später nur eingleisigen Nebenbahn begonnen. Schon seit 1840 dachten Eisenbahnplaner an den Bau dieser Linie. Aber man wollte eine direkte
Verbindung zwischen Alzey und Darmstadt schaffen. Dalheim sollte an einer Hauptlinie liegen. Sogar der berühmte Eisenbahnpionier Friedrich List setzte sich dafür ein. Bei Oppenheim sollte
eine Eisenbahnbrücke über den Rhein führen. Der große Plan jedoch scheiterte an den Kosten des Rheinüberganges. Auch der zweite Vorschlag aus dem Jahre 1851, wenigstens von Nierstein aus
eine Hauptlinie zu bauen, wurde abgelehnt.
Erst um 1890 griff man den Gedanken in viel bescheidenerem Ausmaß wieder auf. Die Strecke Nierstein - Köngernheim war nun in den Plänen nur noch ein 9 km langes Teilstück der Gaubahn.
Die Kosten waren auf 420.000 Mark oder 50.000 Mark für jeden Kilometer vorausberechnet. Dieser Vorschlag wurde verwirklicht. Am 1. November 1900 konnte der erste Zug auf der neuen
Strecke verkehren. Damit erhielten Dexheim, Dalheim und Friesenheim eine Bahnstation. Die eingleisige Nebenbahn bekam im Volksmund den Namen "Valtinche". Dieselbe Strecke war
nämlich vorher viele Jahre der Milchmann Valtin täglich mit seinem Wagen auf der Straße gefahren. Da die Bahn ihn ablöste, nannte man sie das "Valtinche".
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